Da fliegt man/n da auf einem Drachenfest den ganzen Tag, zeigt seine tollen großen und kleinen Drachen dem anwesenden Publikum und dann? Es geht dem Abend entgegen. Was macht man? Einige bereiten große Grillbuffets vor, Herde in Wohnmobilen und Caravans werden angeschmissen und allgemein kehrt eine große Gemütlichkeit auf den Drachenfesten ein. Wären da nicht noch ein paar total „Drachenverrückte“.
Den ganzen Tag schon durch diverse Moderationen dem Publikum angekündigt, können diese den Abend gar nicht erwarten. Meistens fängt die ganze Sache schon nachmittags mit einem „Briefing“ (sehr lustiges und unterhaltsames Palaver) an einem etwas ruhigeren Plätzchen an. Dort wird dann durch die Veranstalter beratschlagt, was und wie, in welcher Reihenfolge, beim Nachtfliegen passieren soll. Die dollsten Sachen kann man hier schon erleben. Natürlich gehört zu so einem Meeting auch eine kleine Erfrischung dazu, es soll ja alles nicht allzuernst gesehen werden. Es ist ja schließlich unser aller Hobby. Kurz vor Beginn der Dämmerung noch ein letztes Mal ein Zusammenkommen der Beteiligten und dann heißt es, warten und aufbauen der Sachen.
Immer mehr Zuschauer finden sich ein. Ich erinnere da an so einige Events wie Cuxhaven, Lemwerder, Lünen. Oberhausen und für uns eigentlich immer wieder das Highlight „Borkum“. Dort stehen dann teilweise bis zu 10.000 Zuschauer an den Vorführungsflächen und Promenaden der Drachenfeste. Ich kann nur sagen, ein SUPERGEFÜHL. Das größte Problem taucht dann meistens kurz vor Beginn der Show auf. Abends schläft nicht nur der normale Mensch ein, nein, für uns schlafen da auch meist die Winde ein oder werden so wenig, dass man normal eigentlich nichts mehr machen kann. Gerade das ist für uns dann wieder ein Riesenansporn. „Man/npower“ ist gefragt. Das heißt, alles was noch oben in den Himmel geschickt werden soll, muss durch Muskelkraft bewegt werden. Schon ganz schön anstrengend, wenn man dann alles zeigen möchte , was so lange vorbereitet wurde. Wenn dann aber, wie auf den meisten Drachenfesten der „Jubelsturm“ der Zuschauer über einem hereinbricht und man von allen Seiten „Toll, Klasse, noch mehr, oder Zugabe“ zu hören bekommt, läuft es einem doch schon das ein oder andere Mal eiskalt über den Rücken. Ist das nicht ein tolles Gefühl, wenn einem die „Arbeit“ so gedankt wird. Zum Abschluss der Show noch meistens ein Riesen-Feuerwerk, bei dem dann auch noch diverse Schleierdeltas und andere Drachen durchgezogen werden. Dann noch schnell zusammenpacken und an einem, vorher vom Veranstalter festgelegten Punkt, meistens ein „Männerkarussell“ treffen, um noch eine kleine „Erfrischung“ die meistens gesponsert wird, den Tag ausklingen zu lassen, mit vielen Freunden fachsimpeln oder einfach nur über Gott und die Welt unterhalten. Ein toller Tag.
Was wären Drachenfeste ohne eine Nachtflugshow, wenn da Leute und Clubs wie der Höhenwahnverein aus dem Teckelenburger Land mit ihren durch Hunderten von Led`s beleuchteten Drachen, Thomas Heithecker mit seinen durch Neonröhren beleuchteten Saul`s oder das Team Multiflight aus Holland, die sogar eine ganze Geschichte über „War of the Worlds“ mit beleuchteten Einleinern und Lenkdrachen erzählen, Walter Blom mit seiner riesigen, beleuchteten Krake. Dann noch die Nordhorn-Kite-Fliers, die bei fast jedem Drachenfesten ihre beleuchtete 16 Meter Bol über das Gelände wuchten, oder die vielen anderen Drachenflieger, die an so einem Abend große und kleine Drachen zeigen. Es wäre doch einfach langweilig!
Ich möchte hoffen, dass durch diesen Artikel noch viele andere Drachenflieger animiert werden, auch mal eine Geschichte oder einen Drachen für das „Große Nachtevent“ zu bauen.
