Stell Dir vor es ist Drachenfest – und niemand geht hin

Solch ein Szenario soll es durchaus schon gegeben haben. Man denke nur an Lünen, das abgesagt werden musste, weil erst der Sturm die Zelte wegblies und anschließend der Wolkenbruch die entstandenen Freiflächen in eine romantische Seenplatte verwandelte. Oder Frejus im letzten Jahr, als erst die Einladungen, dann die Drachenflieger und am Ende der Organisator verschwand. All das ist also schon einmal vorgekommen.

Und der umgekehrte Fall? Man stelle sich vor es ist kein Drachenfest, aber die Wiese ist voll mit Leuten. Und das selbst bei widrigsten Verhältnissen. Unmöglich? Zumindest für unsere dänischen Drachenfreunde ist diese Vorstellung ganz gewiss nicht unmöglich. Zeigt das Kalenderblatt Ende Oktober, dann ist das Szenario nicht nur möglich, dann ist es sogar hoch wahrscheinlich. Denn dann ist der letzte Samstag der dänischen Herbstferien gekommen und als solches einfach Kraft des Datums Drachentag angesagt. Mann/Frau höre und staune – dies bereits seit über 30 Jahren! Dann zieht es die Großstädter raus auf die Eremitage, einem großen Wiesengelände nördlich von Kopenhagen, idyllisch gelegen mit einem alten Schloss in der Mitte und einem Rotwildbestand, der sich auch durch hunderte Drachen fliegender Familien nicht sonderlich beeindrucken lässt. Früher einmal war dieses Fest wohl organisiert, mit einem Vorstand, der sich um alles kümmerte, Gästen, die aus dem In- und Ausland eingeladen wurden und einer Landes deckenden Zeitung als Sponsor.

 Teddy in Aktion

Doch irgendwann passierte der Vorstand die Altersgrenze zu der es sich schickte mit einem Drachen in der Hand über die Wiese zu jagen und auch die Zeitung verlor die Lust am bunten Treiben. So war das Ende des Drachenfestes gekommen, sollte man meinen. Doch weit gefehlt! Da man den letzten Samstag der Herbstferien nicht einfach so abschaffen kann und bekanntlich an diesem Tag in Kopenhagen und Umgebung Drachen geflogen wird, machten die Dänen kurzerhand an diesem Tag eben das, was man an diesem Tag zu machen pflegt – raus auf die Eremitage und Drachenfliegen. Kein Sponsor mehr? Wen interessiert es. Kein Organisator? Der hat sowieso nur gestört. Meist schlechter Wind und feucht, kaltes Wetter? Stürmisch wird es sowieso ein paar Wochen später, auch hierbei sind die Dänen traditionell veranlagt, und das feucht, kalte Wetter ist nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Alles also kein Grund seine liebgewordenen Gewohnheiten einfach über den Haufen zu werfen. Merke – letzter Samstag der Herbstferien ist Drachenfest. Und wenn kein Drachenfest ist, dann machen wir uns eben eines.

abgelegt unter: Allgemein,Skandinavien — ralf dietrich um 15:59 am Dienstag, 31 Oktober, 2006

Crossover

Was man im Internet nicht so alles findet. Als ich bei der Suche nach Neuigkeiten und aktuellen Trends für unsere Zeitschrift CARS & Details durch die Weiten des World Wide Web surfte, fand ich eine nette kleine Spielerei, die auch für Drachenflieger durchaus interessant ist. Eine Gruppe von Indoor-Kitern aus Wuppertal kam auf die Idee, das Drachenfliegen mit ihrem zweiten Hobby, dem RC-Modellbau, zu kombinieren. An die Stelle des Heckflügels wurde eine kleine Stange am RC-Car montiert (RC steht hier übrigens für “radio-controlled”, also ferngesteuert), anschließend die Schnüre des Kites daran befestigt. Dann nur noch Gas geben und schon konnte der Indoor-Spaß beginnen. Ihr glaubt es nicht? Dann klickt einfach hier und überzeugt Euch vom Gegenteil.

abgelegt unter: Aus der Redaktion — Insa Balssen um 17:33 am Montag, 30 Oktober, 2006

Der Preis der Aktualität

Im Frühjahr haben wir Sport & Design Drachen übernommen. Vier Hefte sind seitdem erschienen – und Nummer fünf ist inzwischen auch schon in der Druckerei. Wie üblich wurde es im Endspurt der Heftproduktion mal wieder ein wenig stressig. Denn um für Euch möglichst aktuell zu sein, haben wir den Redaktionsschluss soweit wie irgend möglich nach hinten verlegt. Positiv daran war, dass wir beispielsweise noch von den Drachenfesten in Lünen und dem österreichischen Tulln berichten konnten. Auf der anderen Seite bedeutete dieses ehrgeizige Ziel, dass wir erst wenige Tage vor Druckabgabe sämtliche Berichte zusammen hatten. Die Folge: Zeitdruck für alle Beteiligten. Doch am Ende hat wieder alles geklappt. Sport & Design Drachen 6/2006 ist in der Druckerei, wird planmäßig im Zeitschriftenhandel erhältlich und bei den Abonnenten im Briefkasten sein – so, als ob es die Hektik der letzten Tage nie gegeben hätte…

abgelegt unter: Allgemein,Aus der Redaktion — Insa Balssen um 08:52 am Dienstag, 24 Oktober, 2006

Rückenprobleme?

Obwohl ich noch relativ jung bin, ziept und sticht es nach einem langen Drachentag manchmal in meinem Rücken. Nicht wirklich schlimm, aber unangenehm ist es schon. Frag ich mal Tom von Wolkenstürmer, dachte ich mir. Der Laden ist übrigens gleich bei uns um die Ecke und hat unglaublich leckeren Kaffee – nur, falls ihr mal in der Gegend seit … Wie sich herausstellte, war ich nicht die Erste, die ihn nach einem möglichen Zusammenhang zwischen Drachenfliegen und Rückenschmerzen fragte. Um endlich Antworten geben zu können, kam Tom auf die super Idee, einen Orthopäden zu befragen und das Interview in die kommende Ausgabe Sport & Design Drachen zu stellen. Warum nicht, dachte ich mir und klingelte noch am gleichen Tag bei Dr. Joachim Mallwitz durch. „Drachensport verlangt eine massive Halteleistung des Körpers“, erklärte er mir. „Aus diesem Grund kann Drachenfliegen – gerade für untrainierte Personen – eine Überforderungssituation darstellen.“ Aha. Dann muss ich mein Fitness-Studio-Programm wohl tatsächlich ausdehnen – na toll. „Regelmäßiges Drachenfliegen dagegen schützt aber vor Rückenschmerzen“, lenkte der Doktor ein. Puh, Glück gehabt. Statt drei Mal die Woche ins Fitnessstudio, werde ich zukünftig besser regelmäßig auf die Wiese gehen und meinen Vertrag am besten gleich kündigen. 

abgelegt unter: Hamburg — Insa Balssen um 08:54 am Freitag, 20 Oktober, 2006

Drachenfliegen auf Fuerteventura

Es wird wieder kalt! Bis vor wenigen Tagen war mir das noch völlig egal - ich hatte nämlich beschlossen, meinen Sommer noch etwas herauszuzögern und für zehn Tage zu verschwinden. Weg aus Hamburg, ab nach Fuerte. Und es war eine gute Entscheidung: Neben ordentlich Sonne tanken konnte ich nämlich auch tagelang meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen: Drachen fliegen. Im Gepäck hatte ich einen Elliot Zoolu, den ich so oft flog, dass ich ihn jetzt erst Mal reparieren muss ;o). Das war ein Spaß! Ok, die Strände und der Wind sind im Norden auch nicht schlecht, aber nichts gegen Fuerte. Was für ein Wind! Und die langen Sandstrände sind einfach eine Spur besser. Sollte mir während des kommenden Winters zu kalt werden, reiche ich einfach kurzerhand Urlaub ein – und bin wieder weg.

Kleiner Tipp: Wer sich selber von diesem einmaligen Spot überzeugen möchte, dem sei das Drachenmeeting in Corralejo, Fuerteventura, vom 10. bis 12. November ans Herz gelegt. Weitere Infos gibt es bei Lothar Marx unter der E-Mail-Adresse nc-marxlo2@netcologne.de.

abgelegt unter: Allgemein — Insa Balssen um 17:47 am Donnerstag, 19 Oktober, 2006